Mediation sucht keinen Schuldigen, sondern zukünftige Lösungen.
 
Das Verfahren ist klar strukturiert und erfolgt in sechs Phasen


Jede der folgeneden sechs Phasen ist durch drei sozusagen Felder gekennzeichnet:
a) den Inhalt
b) die Methoden/Techniken und
c) die übergeordneten Ziele
.
In der Praxis gibt es für diese drei Felder keine Reihenfolge der Bearbeitung oder Beachtung, wie etwa bei den Themen.

1. Erklären:
a) Inhaltlich geht es in der ersten Phase um die Vorbereitung, die erste Konfliktanalyse, den Mediationsvertrag und die Honorarvereinbarung.
Weiter geht es um - die Eröffnung von Gesprächsmöglichkeiten - die Analyse der Sachlage als erster Überblick - die erste Analyse des Konfliktstandes - die Informationen über Mediation - die Organisation des Verfahrens - die Verfahrensregeln - die Rolle des Mediators - die Auftragserklärung bzw. den Mediationsvertrag.
b) Methodisch hilfreich sind insbesondere - die Gespräche mit den Teilnehmern- die Recherchen - die Reflexionen.
c) Das übergeordnete Ziel ist - eine Grundlage für ein kooperatives Miteinander zu schaffen.

2. Sammeln:
a) In erster Linie zum Inhalt die Informations- und Themensammlung.
Weiter geht es um - die Sichtweisen der Teilnehmer zu klären - Transparenz durch eine Bestandesaufnahme und einen Informations-ausgleich zu schaffen - den Respekt, die Achtung und das Vertrauen (wieder)herzustellen - die Positionen in Themen umzuformullieren.
b) Methodisch helfen die Gesprächstechniken.
c) Die übergeordneten Ziele sind die Teilnehmer zu Bestärken und zu Befähigen.

3. Klären:
a) Inhaltlich geht es darum, die Bedürfnisse und Interessen hinter den Positionen und Themen zu erarbeiten und Gefühlen ihren (stau)lösenden Lauf zu lassen.
b) Methodisch helfen wieder die Gesprächstechniken.
c) Die übergeordneten Ziele sind die Teilnehmer zu Bestärken und zu Befähigen.
Ein gelingendes Miteinander im privaten-, beruflichen-, gesellschaftlichen- und politischen Bereich basiert auf den Grundbedürfnissen Sicherheit, Beziehung und Autonomie. Deswegen ist die Phase 3 der "Königsweg" der Mediation

4. Suchen:
a) Inhaltlich gilt es kreative Ideen zu suchen, der Bildung von Lösungsoptionen.
b) Methodisch verhelfen dazu u.a. die Kreativfragen, die Kreativtechniken und das vernetzte Denken.
c) Das übergeordnete Ziel ist, gewohnte Denkmuster zu überwinden, die kreativen Reserven zu aktivieren, um so die Handlungsbahnen zu erweitern.

5. Finden:
a) Inhaltlich geht es um die Bewertung und Auswahl der Lösungsoptionen. Aber auch um die organisatorische, technische, finanzielle, wirtschaftliche, ökologische, soziale, betriebliche oder juristische Machbarkeitsprüfung.
b) Methodisch helfen neben speziellen Fragetechniken die Opperationalisierungstechniken.
c) Das übergeordnete Ziel ist die Realisierung von Lösungen.

6. Unterschreiben:
a) Inhaltlich geht es in diesem letzten Verfahrensschritt die Ausarbeitung der Mediationsvereinbarung, die Klärung der Umsetzung der Vereinbarung, eventuell um neue Termine zur Kontrolle und Nachverhandlung.
b) Methodisch hilfreich sind Computer und die Nachfolgetreffen.
c) Das übergeordnete Ziel ist die Schaffung langfristiger und kooperativer Beziehungen.